Wahre Geschichten

Der Autor erzählt eine unglaubliche, aber wahre Geschichte und bringt dabei seine Leser zum Schmunzeln

MARTIN DÖBRICH

 

Mein Hobby, neben Mathematik und Tennis, in Mußestunden meinen Geldbeutel über den Wohnzimmer-Tisch umstülpen, um dann die herauspurzelnden Euro- Münzen akkurat auf der Tischplatte auszubreiten. So betrachte ich die vor mir liegenden Kostbarkeiten andächtig und voller Hingabe mit dem Kennerblick des erfahrenen Münzsammlers.

Meist sind es deutsche, französische und spanische Münzen, die es nun einzuordnen und zu analysieren gilt. Das Prägejahr, die Landkarte Europas, die Sterne und die Riffelung, die graphische Gestaltung, die Symbolik, die Ästhetik und schließlich die Heraldik. All dies ist für mich ein Hochgefühl. Die Euro-Münzen aus Irland, Slowenien oder einen "Griechen". Die Exoten aus dem Vatikan, Finnland oder Andorra sind etwas ganz Besonderes. Sehr schön gestaltet sind übrigens die portugiesischen Euro-Münzen.

Auf welchen verschlungenen Pfaden mag die Münze wohl nach Deutschland gelangt sein und speziell in meinen Geldbeutel? Was wollen uns die eingeprägten Wappen und Symbole sagen? Welche Persönlichkeiten sind abgebildet und was weiß man über sie? Sind die kanarischen Inseln auf der Europakarte korrekt platziert? Welche Bewandtnis hat es mit dem vitruvianischen Menschen auf der italienischen 1-Euro- Münze? Was bedeuten die Abbildungen auf Sondermünzen und kryptische Inschriften, wie z.B. "Ons Heemecht LËTZEBUERG"? Das sind nur einige der Fragen, die sich mir dann immer wieder stellen, die es sorgsam abzuwägen und schlüssig zu beantworten gilt. In solcherlei Betrachtungen vertieft, gerät unvermittelt eine ganz gewöhnliche deutsche 2-Euro-Münze in mein Blickfeld. Das Prägejahr 2002, Adler, Europakarte, Sterne. Eigentlich nichts Außergewöhniches. Es scheint alles völlig normal und doch an dieser deutschen 2-Euro-Münze stimmt etwas nicht. Ich lege diese Münze nicht aus den Fingern. Ich drehe und wende dieses Exemplar mehrmals um und studiere sie mit meiner Lupe akribisch von allen Seiten. Ja, genau, dachte ich: Der innere, Messing farbene Kreis ist dunkel grau verfärbt. Es sieht nach Abnutzung aus. Aber kann sich massives, gelbes Metall überhaupt derart stark abnutzen? Hat man solche Verfärbungen schon einmal bei einer ähnlichen Münze beobachtet oder in der Fachliteratur näher beschrieben? Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses 2-Euro-Stück irgendwie anders aussieht. Ich "wiege" dieses 2- Euro-wertvolle Metallstück in meiner rechten Handinnenfläche und zum Vergleich ein anderes 2-Euro-Stück in der linken - sie sind vom "Gewicht" ungleich. Nur ein Gefühl? 

Eine sensationelle Entdeckung

Plötzlich schießt mir ein Gedanke durch den Kopf. Das ist Falschgeld! Wie elektrisiert springe ich vom Wohnzimmerstuhl hoch, eile atemlos zu meine geschätzten Gemahlin und teile ihr aufgeregt meine sensationelle Entdeckung mit. Sie meint, ,,das soll ein falsches 2-Eurostück sein? Du übertreibst mal wieder, führt sie gelassen fort." Ich weise mit dem Finger auf den dunkel grauen Kern des Geldstücks hin. "Solche Verfärbungen sind doch normal, die entstehen doch durch Abnutzung und wer wird schon deutsche 2-Euro-Münzen fälschen? Dazu bräuchte man teuere Hightech-Maschinen. Das würde sich doch einfach nicht rechnen und die Materialkosten, Arbeitsaufwand sowie den damit verbundenen Strafen einmal ganz abgesehen." "ber die graue Verfärbung von massivem Messing in der Mitte" versuche ich kleinlaut einzuwenden. "Diese Münze ist echt!" unterbricht mich meine Ehefrau barsch. "Mit diesem Geschäftsmodell wären die doch ohnehin schon längst pleite, selbst wenn sie ihre selbst gebastelten Euros waggonweise unter´s Volk bringen würden " platzt es aus ihr genervt heraus. Gefälscht oder nicht gefälscht? Solcherlei Fragen kreisen mir nun unablässig im Kopf herum und verwirren mich zunehmend derart, dass die Münzen vor mir auf der Tischplatte zu verschwimmen scheinen und sich vor meinen Augen lauter Euros zu drehen beginnen, immer schneller und schneller - die meisten klein wie Hemdknöpfe, andere wiederum so groß wie Traktorräder.

Verzweifelte Suche nach einer Lösung

Nach einer schlaflosen Nacht, ist mir im Morgengrauen klar geworden, dass mir im Prinzip jede x-beliebige Bank in dieser Angelegenheit weiter helfen kann und muss. Sofort nach dem Frühstück mache ich mich also frisch gestärkt und frohen Mutes eilends auf den Weg zur nächsten Sparkasse um die Ecke. Gleich nach der Öffnung betrete ich voller Optimismus als erster Kunde den Schalterraum. Gespannt lege ich dem Kassierer meine 2-Euro-Münze zur Begutachtung vor und warte ungeduldig auf seine fachmännische Expertise. Der zögert zunächst, schaut mich zuerst verdutzt, vielleicht sogar fragend, dann befremdet an und schließlich eher mitleidig zweifelnd. "Was ist denn das für ein komischer Kauz? Der hat vielleicht Probleme!" mag er sich dabei womöglich gedacht haben! Immerhin, er holt eine echte 2-Euro- Münze aus seinem Fundus, legt sie zum Vergleich neben meine "verdächtige" und kommt dann ohne Umschweife treuherzig-naiv zu dem Schluss: "Sehen Sie, da gibt es keinen Unterschied! Nicht wahr? Wieso soll die gefälscht sein?"

"Das hätte mir auch ein Dümmerer sagen können", denke ich, zumal ich solcherlei Vergleiche gestern Abend zu Hause schon dutzende Male weitaus akribischer mit erheblichem experimentellem Aufwand selbst angestellt habe - zwar mit etlichen Zweifeln, jedoch mit mannigfachen Indizien für eine Fälschung. Ratlos verlasse ich die Bank und begebe mich zum nahegelegenen Café um die Enttäuschung über das frustrierende Erlebnis mit dem Einfaltspinsel in der Sparkasse möglichst rasch zu 3 vergessen. Hier kann ich mich mit einer Tasse Kaffee entspannen und in aller Ruhe die nächsten Schritte systematisch planen. So schnell gebe ich jedenfalls nicht auf. Zum Teufel, es muss sich doch feststellen lassen, ob die Münze nun echt oder falsch ist. Mehr denn je bin ich fest entschlossen, dieses Rätsel zu lösen. Mein Ehrgeiz hat mich gepackt. Ich werde ein für alle Mal Klarheit in diese Angelegenheit bringen, koste es nun was es wolle. Ob ich mich dazu an die Kripo wenden soll? Vorsichtshalber mit gültigen Ausweispapieren oder besser noch in Begleitung eines Anwalts?

Eskalation in der Deutschen Bundesbank

Unvermittelt kommt mir eine geniale, viel versprechende Idee: Die Deutsche Bundesbank! Was den Sachverstand in Sachen Falschgeld angeht, müssen doch die Deutschen Bundesbanker bestens aufgestellt sein. Haben die nicht sogar selbst Geld hergestellt, früher zu DM-Zeiten? Auf ihre Kompetenz kann ich allemal bauen. Hastig trinke ich meinen Kaffee aus, zahle und ab geht´s zur Zweigstelle in der Landeshauptstadt Saarbrücken. Ein freundlicher Pförtner weist mir den Weg zur Treppe hinauf in den ersten Stock, mindestens fünfundzwanzig Meter über der Pförtnerloge gelegen. Mit schnellen Schritten geht es flugs aufwärts. Noch leicht außer Atem betrete ich staunend einen riesigen, haushohen Saal. Ehrfurcht einflößend öffnet sich vor meinen Augen gleichsam eine gewaltige Finanzkathedrale, in der ich als einziger Kunde eine Weile etwas verloren herumstehe, bis zur Unscheinbarkeit geschrumpft. Vor mir erstreckt sich ein endlos langer Tresen, an dem Hunderte von Kunden gleichzeitig Platz fänden. Dahinter nehme ich Dutzende von Bürotischen war, die sich wie auf einer Theaterbühne im Hintergrund verlieren.

Seltsam, nur ein einziger(!) Angestellter ist dort auszumachen. Unbeweglich wie eine Schaufensterpuppe sitzt er auf seinem Bürostuhl und starrt regungslos vor sich hin auf einen überdimensionalen Computerbildschirm. Um auf mich aufmerksam zu machen, wage ich es, die feierliche Stille durch ein profanes, schüchternes Räuspern zu stören, das aber von den riesigen Räumlichkeiten alsbald verschluckt wird. Und tatsächlich, es kommt Bewegung in die Szene. Würdevoll, gemessenen Schrittes nähert sich mir lautlos der korrekt gekleidete Banker. Ohne Gruß leiert er emotionslos seine offensichtlich mannigfach geübte Standardformel herunter: "Was kann ich für Sie tun?" Seine missmutige Miene und der mürrische Tonfall lassen mich indes erahnen, was er sich dabei wohl in Wirklichkeit gedacht haben mag: "Was hat dieser ungehobelte Störenfried - Spaßvogel? Strolch? Tagedieb? - in unserer noblen staatlichen Bundesinstitution zu suchen? Der soll besser machen, dass er schleunigst wieder das Weite sucht!" Nachdem ich ihm mein Problem kurz schildern durfte, verweist er mich wortlos durch Andeutung einer knappen Handbewegung auf den kleineren Kassenraum gleich nebenan, sozusagen in die Sakristei der Finanzkathedrale, ebenso hoch aber von wesentlich kleinerer Bodenfläche. Oder 4 vielmehr in den Beichtstuhl, wie mir nur zu bald klar werden sollte. Hier angekommen, glaube ich allmählich, ich bin im falschen Stummfilm. Hinter einer mehrere Zentimeter dicken Panzerglasscheibe, die bis zur Decke reicht, steht die sympathische Kassiererin und zieht ihre Pantomime ab: Verständigung ist nämlich leider nicht möglich, es sei denn die Kassiererin gestattet dies durch Betätigung ihrer Wechselsprechanlage.

Über Mikrofon erkläre ich ihr meinen Verdacht und schiebe ihr zaghaft meine 2- Euro-Münze zu, durch den eigens dafür vorgesehenen winzigen Spalt in der Glasscheibe. Mit fachmännischem Interesse mustert sie zunächst intensiv die Münze und blickt schließlich prüfend zu mir auf, wobei sich ihre schönen großen Augen zu schmalen Schlitzen verengen, während sich ihre Miene zusehends verdüstert. Ihr freundliches Wesen ist urplötzlich wie weggeblasen: Sie wirkt nun angespannt, misstrauisch und ihr Gesichtsausdruck nimmt maskenhaft starre, beängstigende, ja fast bedrohliche Züge an. Schließlich fixiert sie mich scharf mit einem lauernden, durchdringenden Blick und ruft sogleich zwei gestandene Männer zu Hilfe, offenbar Experten für solche speziellen Notfälle. Die beiden Herren hantieren hinter Glas lautlos, routiniert und ohne Kommentar mit meiner Münze und einem Magneten. Durch die Glasscheibe kann ich derweil verfolgen, wie meine ominöse Münze bei Annäherung des Magneten abrupt in die Höhe springt, während eine echte Vergleichsmünze kaum reagiert. Mit einem handlichen Taschenmikroskop, kaum größer als ein Kugelschreiber, angeschlossen an einen handelsüblichen Flachbildschirm überprüfen die beiden Spezialisten insbesondere die Inschrift auf der geriffelten seitlichen Berandung der 2,2 Millimeter dicken Münze. Und in der Tat: Der Schriftzug Einigkeit und Recht und Freiheit - sieht so aus, als hätte ihn ein Legastheniker eingraviert. Schon nach kurzer Zeit kommt über Lautsprecher die befreiende Botschaft mit dem erwarteten Befund: "Diese Münze ist ist gefälscht!"

Viktoria, Sieg auf der ganzen Linie! Meine kühne Hypothese hat sich somit glänzend bestätigt - über jeden Zweifel erhaben! Ab diesem Augenblick laufen die Dinge jedoch zusehends immer weiter aus dem Ruder. Meine grenzenlose Euphorie schlägt jäh um in blankes Entsetzen: "Die behalten wir ein!" Welch ein grausames Wechselbad der Gefühle! Ich wollte dieses wertvolle, extrem seltene Stück doch meiner Sammlung einverleiben, der Sammlung von Exoten und nicht mehr im Umlauf befindlichen Münzen. Gerade will ich geharnischten Protest einlegen gegen diese offensichtlich Grundgesetz widrige, willkürliche Enteignung, da schnarrt mich auch schon wieder dieser widerliche Lautsprecher an. "Wo haben Sie die Münze her?", will er wissen. Das weiß ich nun aber beim besten Willen nicht mehr. Stockend antworte ich per Mikrofon verunsichert, aber wahrheitsgemäß: "Die habe ich in meine Geldbeutel gefunden." Offensichtlich scheinen sich die beiden Herren darüber köstlich zu amüsieren. "So, so gefunden im Portemonnaie?!" Ich glaube dem Lautsprecher freilich einen spöttischen Unterton zu entnehmen, während die beiden Experten sich einander bedeutungsvoll zu lächeln. Der Lautsprecher plärrt: "Ihr 5 Name und ihre ladungsfähige Anschrift!" Das klingt jetzt aber gar nicht mehr lustig, sondern eher nach einem Verhör, wie bei der Kriminalpolizei. Meine ehrlichen Angaben hierzu scheinen das Mißtrauen der drei Banker seltsamerweise erst recht anzuheizen. "Können sie sich ausweisen?" herrscht mich der Lautsprecher von Neuem an. "Kann ich nicht, ich habe keine Papiere bei mir". "Dann müssen wir ihre Personalien feststellen !" scheppert es drohend aus dem Lautsprecher.

Nun wird mir doch etwas mulmig zu Mute. So schnell werde ich hier wohl nicht wieder raus kommen. Während ich mich noch ängstlich nach der nächsten Fluchttür bzw. einem Notausgang umsehe, prasselt schon die nächste Frage auf mich nieder: "Bei welcher Bank haben sie ihr Konto?" "Gott sei Dank!" denke ich, "Gut, dass ich wenigstens ein Girokonto besitze. Welch glückliche Wendung! Das ist meine Rettung!" Ich nenne den Namen meiner Bank. Die Kassiererin ruft dort an. Meine Bank verweigert zunächst jegliche Auskunft. Was ja an sich nicht weiter verwunderlich ist, schon aus Datenschutzgründen. Erst nachdem ich Geburtsdatum, PC-Passwort, Geburtsort, Arbeitgeber, Vornamen der Eltern, Religionszugehörigkeit, private Telefon-, PIN- und Kontonummer preisgegeben habe, ist meine Bank erstaunlicherweise bereit, weitere fernmündliche Auskünften über meine Person zu erteilen. Ich fühle mich von den drei Bankern derart überrumpelt, dass ich erst gar nicht auf die Idee komme - und über dieses Versäumnis kann ich mich noch heute maßlos über mich selbst ärgern - nämlich auf die Idee, selbst in die Offensive zu gehen: Mich gegen diesen unverschämten Eingriff in meine Privatsphäre zur Wehr zu setzen. Diese bodenlose Frechheit und überhaupt gegen die willkürliche Enteignung. Die Herrschaften hinterm Panzerglas wegen Diebstahls und Nötigung anzuzeigen. Nachdrücklich ihre Ausweispapiere, Kontonummern etc. zu fordern. Die Polizei zu rufen. Nach einem Anwalt zu verlangen. Zumindest lauthals "Zeter, Mordio" zu schreien! Oder einfach nur "Hilfe". All das wäre doch nur mein gutes Recht gewesen.

Eine erste Bilanz

Endlich darf ich die Bank wieder als freier Mann verlassen und atme draußen auf der Straße - Autoabgase hin, Feinstaubpartikel her - erst einmal tief durch. Nach der ganzen Aufregung und Hektik der beiden letzten turbulenten Tage finde ich endlich Zeit und Muße in Ruhe zu verschnaufen, und ich nutze diese Gelegenheit, eine erste nüchterne Bilanz zu ziehen. Rückblickend fällt es mir zunächst schwer, einzuordnen, was mir hinter den Mauern dieser Bank widerfahren ist!? Spukhafte Albträume? Bloße Bürokratenwillkür? Ging es hier um die Aufklärung eines Verbrechens? Um die Rettung der europäischen Zentralwährung? Oder wollte man vielleicht nur ein Exempel statuieren, damit ich es nur ja nicht wagen sollte, diese ehrwürdige Institution jemals erneut mit einer Falschmünze zu belästigen? Ehrlich gesagt, ich weiß es selbst nicht! Mit Sicherheit steht aber fest: Einerseits ist vor allem der schmerzliche Verlust meiner seltenen Preziose zu beklagen: ideell unersetzlich und 6 von höchstem individuellem Sammlerwert. Sie befindet sich nun unwiderruflich und für mich unerreichbar in den raffgierigen Klauen weltentrückter Bürokraten, die sich hinter schusssicherem Panzerglas, wasserdichten Paragrafen und den unüberwindlichen Wällen ihrer Deutschen Bundestrutzburg vor mir verschanzen. Selbst mit hartnäckigstem juristischem Vorgehen durch alle Instanzen wäre hier vermutlich kaum etwas zu erreichen. Ich wäre wohl ähnlich chancenlos, wie zu Olims Zeiten der gute alte Don Quixote beim Kampf gegen seine legendären Windmühlenflügel.

Das Prunkstück in meiner Sammlung wäre sie gewesen, angesichts ihrer dunklen Geheimnisse, "meine" Münze! Wäre, Hätte. Schweren Herzens muss ich sie wohl endgültig abschreiben - à fonds perdu. Auf der anderen Seite aber - und das sollte man jetzt weiß Gott nicht klein reden - durfte ich zwei ungemein spannende, tolle Tage erleben. Vor allem ist mir der unumstößliche Beweis meiner Theorie gelungen: Die Münze ist nachweislich gefälscht! Amtlich abgesegnet, wenngleich viele Fragen vorerst noch offen bleiben müssen. Was geschieht nun weiter mit "meiner" Münze? Was macht insbesondere die Deutsche Bundesbank damit? Wird sie mir wenigstens Fotos und/oder eine Ehrenurkunde zur Verfügung stellen? Wo wurde die Münze hergestellt? Gibt es eine Spur zu den Falschmünzern? Zur Fälscherwerkstatt? Wurden ähnliche Funde bereits in der einschlägigen Literatur beschrieben? Wie hoch ist vor allem die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Glückstreffer? Dazu wertvolle Lebenserfahrung. Obendrein jede Menge aufregender Abenteuer. Und das alles für 2-Euro Falschgeld. Unglaublich - aber wahr!

 

Wochen später

All das liegt nun schon eine ganze Weile hinter mir. Die ganze Aufregung hat sich mittlerweile gelegt und die Zeit hat alle Wunden geheilt. Wozu also weiter Vergangenem unnötig nachtrauern? Mit etwas Glück spült mir Fortuna gewiss irgendwann einmal wieder eine solche Trouvaille in den Geldbeutel. Dass ich dessen Inhalt auch in Zukunft regelmäßig revidieren werde, freilich öfter und natürlich noch viel gewissenhafter, das versteht sich von selbst. Was ich dann mit dem ersehnten Fund anfangen würde? Das verrate ich lieber nicht - schon gar nicht für eine echte 2-Euro-Münze, selbst für eine griechische Gedenkmünze nicht, nicht einmal für eine Sonderprägung aus Portugal. Und die Deutsche Bundesbank? Ach ja, die treudeutschen Bundesbanker. Fast hätte ich sie vergessen: Von denen habe ich - zum Glück - seitdem nichts mehr gehört. Und wenn sie nicht gestorben sind, ermitteln sie in meiner Angelegenheit noch heute.

 

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